Schlechte Nachrichten von Angelica

Hallo,
Ich hatte ja schon vor zwei Jahren von meiner Frau Angelica geschrieben über ihre plötzliche Diagnose “Leberzirrhose im fortgeschrittenen Stadium”.

Jetzt ging es 2 Jahre noch gut mit ihr mit immer wieder Auf und Ab´s.
Im Juni sah es noch überraschend gut aus und ich hatte Hoffnung. Aber Angelica hat es doch nie ganz geschafft auf  Weiswein zu verzichten, trotz unsere ständigen Ermahnungen bis hin zu zornigem Schimpfen.

Seit einer Woche war sie wieder in schlechterem Zustand.
Und am Donnerstag Morgen hat sie mir garnicht gut “gefallen” und ich habe vor einer Einkaufsfahrt noch zu unserem 20 jährigem Sohn gesagt er soll auf sie achten, irgendwas gefällt mir nicht heute.

Als ich auf der Rückfahrt war hat mein Sohn und meine zwischenzeitlich Zuhause auch anwesende Tochter (25) angrufen, daß Angelica am Boden liegt und nicht mehr aufsteht. Sie hat gesagt ihr ist kalt, laßt mich liegen und deckt mich zu.

Wir haben Angelica sofort ins Auto getragen und sind in die Klinik Negrar gefahren (30 Minuten Autofahrt). Dort wurde die Lage sofort als absolut dringlich und vorrangig behandelt. Sie kam auf die Entro-Gastrologische Station, wo sie schon öfter war.
Die leitende Stationsärztin und ein Arzt riefen uns dann nach einiger Zeit rein und sagten uns, Angelica wäre in einem sehr schlechten “klinischen” Zustand, so hätten sie sie noch nie erlebt.

Einer von der Familie sollte jetzt immer anwasend sein, auch über die ganze Nacht. Ich habe die erste Schicht übernommen und meine Tochter und Sohn sind mit meinem Auto nach Hause. Enkelin, 6 Katzen und 3 Hunde mussten ja auch versorgt werden.

In der Nacht von Do auf Fr war Angelica kaum ansprechbar und schlief viel. Hatte aber alle 10- 15 Minuten unruhige Bewegungsphasen bis hin zu zwei epilletischen Zitteranfällen mit weit nach oben gerissenen Pupillen. Pfleger und Ärztin sagten bei dem Anfall nachts um 3:00, daß morgen früh gleich ein CT vom Kopf gemacht wird.

CT am Morgen – Oberärztin sagte dann- große Katastrophe !!! Hirnblutung ca. 6×6 cm groß !! Sehr kritischer Zustand. Sofortige Eilverlegung mit Ambulanz nach Verona in die Neuro-Chirurgie in Klinik “Borgo Trento”

Dort musste entschieden und geprüft werden ob wegen niedriger Thrombozyten überhaut eine Punktion des Gehirns gemacht werden kann ohne Gefahr des Verblutens.
Also Pest oder Chollera ?

In Verona angekommen sagte man uns, sie machen noch ein CT und dann wird am  Nachmittag auf Intensivstation verlegt und eventuell gleich operiert (punktiert). Thrombozyten Infusionen und dann warteten wir bis 17:00 und hörten von Niemandem mehr was und Keiner hat uns informiert. Wir sind dann nach Hause und haben von dort angerufen und uns mit der Intensivstation verbinden lassen.
Eine freundliche Ärztin sagte: Operation wurde gemacht, aber noch ein CT muss zeigen ob Blutung im Gehirn gestoppt oder ob erneute Punktion mit erneutem Risiko notwendig wird?
Sehr kritischer Zustand auch aufgrund ihrer Basiserkrankung Leberzirrhose und sehr geschwächtem Zustand.
Man weiß nicht ob linksseitig schon Lähmungen sein könnten und ob sie überhaupt nochmal “zurück” kommt?

Man muss sich auf alles gefasst machen und sie rufen uns an wenn sich was “gravierendes ereignet”. Heute Sa und Morgen So darf niemand in die Intensivstation, weil auch dort einige Patienten in sehr kritischem Zustand liegen – mmmh?
Aber wenn was ist rufen sie uns an.

Jetzt heißt es warten bis Montag – aber wir sind uns einig, daß es nur zwei Möglichkeiten geben wird:
Eine “ganz schlechte” und eine “zweitschlechte”.

In diesen letzten 2 Tagen haben ich und meine Tochter und mein Sohn viel gesprochen über Leben und Tod und das wir uns auch auf den schlimmsten Fall vorbereiten müssen. Diese Gespräche waren sehr wichtig für uns drei, denn wenn ich alleine ohne Kinder das Ganze zu verarbeiten hätte, wäre ich schon “durchgedreht” und hätte wahrscheinlich schon selbst “epileptische Anfälle”.

Ein  trauriger und aufgewülter
Rudi mit Kindern