24 Stunden Wache bei Angelica

Am Mittwoch (Gestern) wude Angelica von der Intensivstation auf die Gastro-Entrologie Verlegt. Unsere Befürchtung, daß dann immer einer von den Angehörigen Tag und Nacht rund um die Uhr bei Angelica im Zimmer anwesend sein muss hat sich gleich heute bestätigt.

Um 12:30 wurde ich vom Oberarzt angerufen, daß Angelica immer wieder aufstehen will und das Bett verlassen will obwohl sie das nicht darf. Sie würde auch stark fantasieren und Personen sehen, die gar nicht da sind.

Meine Tochter Daniela arbeitet im Moment und jetzt muss ich mit meinem 20 jährigen Sohn den 24 Stunden Dienst im Krankenhaus abwechselnd übernehmen. Da ich auch noch 2-3 mal in der Woche meine 1,5 Jahre junge Enkeltochter um 16:30 Uhr in der KiTa abholen muss, habe ich Gestern meinen Sohn um 14:30 ins 25km entfernte Krankenhaus in Negrar zu Angelica gefahren und bin noch selbst auch bis 16:00 dort geblieben. Dann musste ich Bianca in Bussolengo in der KiTa abholen. Mein Sohn bleibt über Nacht bei seiner Mutter im Zimmer und muss auf einem großen Kunstledersessel, den man flach machen kann mit Fußteil so gut es geht schlafen. Sofern es überhaupt möglich sein wird ab und zu mal ein Auge zuzudrücken.

Ich löse meinen Sohn dann um 10:00 ab und nehme sein Elektrofahrrad im Auto mit zur Klinik. Er fährt dann die 25km mit dem Fahrrad nach Hause. Am nächsten Morgen kommt er wieder die 25km mit dem Fahrrad in die Klinik und ich kann dann nach Hause fahren.
Das wird jetzt ein “hartes Programm” und ist sicherlich  2 oder 3 Wochen zu ertragen. Sollte es länger dauern, dann müssen wir uns was anderes einfallen lassen. Dann müssen wir Angelica nach Hause holen mit allen Konsequenzen, wenn das überhaupt dann geht. Oder wir müssen hier in Italien in der näheren Umgebung ein Heim finden wo sie hin kann in ihrem Zustand. Was das aber finanziell bedeutet und ob wir das überhaupt dann bezahlen können ist noch nicht abgeklärt.

Jetzt ist der “worst case” für uns als Angehörige eingetreten und das stellt unser aller Leben auf den Kopf.

Nun heißt es für mich “Abschied nehmen” von meinem Dauerurlaubsleben hier am Gardasee. Jetzt muss ich mit meinem multiplen Myelom in meiner zur Zeit stabilen und für mich krankenhausfreien Zeit jeden 2. Tag 24 Stunden im Krankenhaus verbringen. Es fällt im ersten Moment schwer dies zu akzeptieren, aber es muss jetzt sein und da müssen wir jetzt durch.

Mit meinem Sohn habe ich gestern Abend noch SMS ausgetauscht und wir haben uns geschrieben:

“Wir schaffen das” !